"Gigantische Schokobrownies, 'alle meine Entchen' und mit Dozenten Party feiern"

20.07.2016

Klingt nicht nach einer Studienfahrt? War es aber... Drei Studentinnen berichten über ihre persönlichen Erlebnisse bei der diesjährigen COHEHRE-Studentenkonferenz im April in Derby.

Wir konnten es kaum glauben. Wir durften gemeinsam mit Frau Zimmermann, Studiengangsleitung Ergotherapie, zu einer internationalen Studentenkonferenz nach Derby fahren. Die Aufregung war groß: Was ist COHEHRE? Ist unser Englisch gut genug? Wo ist Derby? Und viel wichtiger: Was sollen wir anziehen?

Die alljährliche COHEHRE-Konferenz ist eine fünftägige Konferenz, in diesem Jahr zum Thema “Diversity and Social Conclusion”, also Vielfältigkeit und Integration. Europaweit sind Hochschulen mit Studienangeboten für Gesundheitsfachberufe Mitglied bei COHEHRE und nehmen an der Konferenz teil. Die IB Hochschule ist derzeit als einzige deutsche Hochschule bei COHEHRE vertreten.

Nachdem wir auf der Karte nachgeschaut hatten, wo Derby liegt, unsere Koffer randvoll gepackt und alles Nötige vorbereitet hatten, standen wir am Flughafen und warteten auf unseren Flug nach Manchester/England. Vor der Abreise hatten wir unsere erste Aufgabe bekommen: In einer internen Facebook-Gruppe sollten wir uns vorstellen. Weiterhin sollten wir einen Beitrag schreiben über eine Gruppe von Menschen, die entweder in unserem Land oder allgemein nicht genügend in die Gesellschaft integriert ist.

Wir kamen gut und sicher in Derby an und bestaunten zunächst die schöne mittelenglische Landschaft. Beim ersten Tag in der University of Derby waren wir sprachlos. Wir, drei Studentinnen aus Berlin, deren Studienjahrgänge insgesamt ca. 50 Studierende umfassen, fühlten uns in der großen Uni ein wenig verloren. Neben Friseur, Bank, Starbucks, Subway und diversen anderen Läden entdeckten wir aber einen kleinen Flohmarkt, auf dem handgroße Brownies mit riesigen Stücken verschiedener Sorten Schokolade verkauft wurden. Das tat gut. Wir fühlten uns prompt besser und schwebten im siebten Brownie-Himmel.

Zum Start der Konferenz beim Kennenlernen erfuhren wir, dass nicht nur die Deutschen stolz auf ihr gutes Bier sind und das “Alle meine Entchen” nicht nur ein deutsches Kinderlied ist… Die Studienwoche ging los und wir waren gespannt auf die zahlreichen Lehrveranstaltungen, Vorträge und Workshops.

Wir lernten z. B. die Hilfsorganisation “Twenty-Twenty” kennen, die sich um benachteiligte Kinder und Jugendliche kümmert. Die Institution sucht und stellt Unterkünfte zur Verfügung und leistet Hilfe bei allen Problemen. Dieses Beispiel führte uns zu einer intensiven Auseinandersetzung mit “Emotional Resilience”. Wie wichtig ist emotionaler Widerstand? Was ist das überhaupt? In unserem Studium hören wir immer wieder, wie wichtig es ist, sich nicht alle Dinge zu Herzen zu nehmen. Gerade in den Therapieberufen ist es entscheidend, den Berufsalltag nicht mit nach Hause zu nehmen. Doch wie kann man das lernen? In einem Workshop übten wir theoretisch und praktisch, wie man sich als professioneller Therapeut (m/w) dem Klienten (m/w) gegenüber einfühlsam verhält, sich selbst aber vor emotionaler Belastung schützt.

Eine weitere interessante Erfahrung war die Tanztherapie. Tanzen kann helfen? Ja! Ein Tanz erzählte eine Geschichte, die uns ins ferne Afrika führte. Wir erfuhren, dass diese Tanz-Geschichte von einer Selbsthilfegruppe misshandelter Frauen geschrieben und choreographiert wurde.
Sehr berührend war ein älterer Mann, der seit zwei Jahren an Parkinson erkrankt ist und ebenfalls durch den Tanz mit seiner Frau und mithilfe einer Ballettstange glücklich und aktiv ist.

Die Woche verging sehr schnell, vollgepackt mit Arbeit, inspirierenden Erfahrungen und tollen Erlebnissen. Ab Donnerstag mussten wir das Gelernte reflektieren und so umsetzen, dass es am Freitag während der Abschlusszeremonie den Dozenten (m/w) präsentiert werden konnte. Vor allem wollten wir ihnen sagen, dass unser Studium, unsere Kompetenzen und Qualitäten als zukünftige Therapeuten (m/w) in IHRER VERANTWORTUNG liegen. Ihre Lehre ist unser Wissen und unsere Motivation. Diese Motivation spiegelte sich in den Präsentationen wieder. Die Dozenten (m/w) haben wir mit unseren Ausarbeitungen überzeugt und begeistert.

Die Abschlussfeier der COHEHRE-Konferenz fand im legendären Derby Cricket Club bei tollem Essen, Livemusik und vielen interessanten Gesprächen statt. Wir haben unendlich viel gelernt, wertvolle Kontakte geknüpft und neue Freunde gewonnen. Die schöne Woche war für uns sehr prägend, ging aber viel zu schnell vorbei!

Ein Beitrag von Corinne Prickaerts (Studierende Ergotherapie), Madeleine Gausepohl (Studierende Logopädie), Annika Schmidt (Studierende Physiotherapie).

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