Alisa Wenzel

Was haben Sie studiert?

Ich habe Angewandte Psychologie (B.Sc.) an der IB Hochschule in Berlin studiert.

 

Warum haben Sie sich für das Studium entschieden?

Das private Studium an der IB Hochschule stellte für mich eine gute Möglichkeit dar, im Zuge einer beruflichen Umorientierung ein zweites Mal grundständig zu studieren. Mir war zu diesem Zeitpunkt gerade bewusst geworden, wie ich zukünftig in der Welt und mit anderen Menschen arbeiten möchte.

An der Psychologie schätze ich besonders die interessante Melange aus forschenden und sozialen Interessen. Als wissenschaftliche Disziplin widmet sie sich einerseits der Beantwortung großer existenzieller Fragen: Wie konstruieren wir unsere Realität, was macht unsere Persönlichkeit aus und wie werden wir zu dem Menschen, der wir heute sind? 

Andererseits dienen die erforschten Erkenntnisse, um Menschen in ihren individuellen Lebenssituationen konkret zu unterstützen und z. B. die Lebensqualität und das Wohlbefinden zu verbessern oder der Entstehung psychischer Krankheiten vorzubeugen. Genau hier bildet die Angewandte Psychologie sozusagen „den Knotenpunkt“ einer praktischen Umsetzung psychologischen Wissens, die den Menschen noch ein wenig mehr in den Vordergrund der Wissenschaft stellt. Das hat mir konzeptuell und hinsichtlich der Werteorientierung sehr gut gefallen.

 

Was hat Ihnen am Studium an der IB Hochschule gefallen?

Die praxisorientierte Lehre und die intensive Verknüpfung von Lehre und anwendungsbezogener Forschung fand ich an der IB Hochschule sehr ansprechend. In den Vorlesungen wurde die praktische Anwendbarkeit von Lehrinhalten deutlich und es wurden Bezüge zu aktuellen und relevanten Forschungsfragen und -ergebnissen hergestellt. Bereits während des Studiums war es mir möglich, als Hilfskraft in der Jugendhilfe beratend tätig zu sein und in diesem Rahmen erste Erfahrungen mit heranwachsenden geflüchteten Klient*innen zu machen. Das im Studium vermittelte psychologische Wissen und die erlernten Fertigkeiten habe ich bei dieser anspruchsvollen Arbeit als sehr unterstützend wahrgenommen. Ähnlich empfand ich es während eines Berufspraktikums beim Berliner Krisendienst, in dessen letzter Phase ich die Beratungen am Krisentelefon unter Supervision selbständig durchgeführt habe.

Als weiteren Vorteil an der IB Hochschule sehe ich das seminaristische Lehrformat. Hierdurch konnten wir uns kritisch mit Vorlesungsinhalten auseinandersetzen, diese offen diskutieren und vor dem Hintergrund unserer persönlichen und beruflichen Erfahrungen reflektieren. Das Lernen in kleinen Kohorten bot die Möglichkeit, eigene fachspezifische Interessen und Problemstellungen einzubringen, viele Fragen zu stellen oder persönliche Schwerpunkte zu setzen. Insbesondere hat mir in diesem Zusammenhang auch das Lernklima gefallen, das ich stets als wertschätzend und konstruktiv empfunden habe.

 

Was würden Sie einem Ersti raten, der sein Studium gerade erst beginnt?

Das Studium an der IB Hochschule bietet einen reichen Blumenstrauß an Grundlagen- und Anwendungsfächern – von Sozialpsychologie und Entwicklungspsychologie über Klinische Psychologie bis hin zu verschiedenen therapeutischen Interventionsverfahren und Beratungspsychologie. Personen, die gerade mit Angewandter Psychologie begonnen haben, würde ich raten, bereits im Studium neben der Entwicklung beraterischer Kompetenzen auch aktiv an der Entdeckung und Entfaltung einer eigenen beraterischen Persönlichkeit und der individuellen therapeutischen Grundhaltung zu arbeiten. Gelegenheit hierzu bieten nicht nur die zwei Berufspraktika, sondern z. B. auch die Module „Gesprächsführung“ oder „Methoden der Selbsterfahrung“. Die praktische Erprobung in der Rolle als psychologische*r Berater*in führt nicht nur zu wertvollen Momenten der Selbsterkenntnis, sondern auch zu tieferem Wissen über die Wirkung der eigenen Person auf Klient*innen und Patient*innen. Es ist verblüffend, wie oft ich mich im Studium über diese Zugänge selbst immer wieder neu kennenlernen dufte.

Darüber hinaus fördert die IB Hochschule in der Regel die kreative Eigeninitiative bei Forschungsprojekten, z. B. im Rahmen des experimentellen Praktikums oder letztlich bei der Erstellung der Abschlussthesis. Erstsemesterstudierende möchte ich daher bestärken, mutig zu sein, wenn es um das Einbringen eigener Ideen und Interessen bei der Wahl von Forschungsthemen geht. Mir bereiten Forschungsmethodik und das Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten per se Freude, aber die Motivation, das Engagement und das Commitment sind viel stärker, wenn ich die Faszination für den Forschungsgegenstand oder eine dahinterstehende Vision persönlich teilen kann. Aus meiner Erfahrung heraus legen diese Komponenten ein gutes Fundament, um Selbstwirksamkeit zu erleben und im Studium über sich hinauszuwachsen.

 

Wie geht es bei Ihnen weiter / welche Pläne verfolgen Sie?

Ich bin glücklich, dass ich unmittelbar nach dem Bachelorabschluss eine Tätigkeit als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der IB Hochschule aufnehmen konnte, in der ich sowohl beratend als auch lehrend und forschend arbeiten kann. Im vergangenen Semester habe ich u. a. die Seminare „Psychology of Social Influence and Interaction“ im B.Sc. Angewandte Psychologie und „Gesundheitspsychologie“ im B.Sc. Angewandte Therapiewissenschaft abgehalten. Zudem betreue ich Bachelorthesen als Zweitgutachterin und bewerte z. B. wissenschaftliche Praktikumsberichte. Den Kontakt mit den Studierenden der Psychologie sowie den interdisziplinären Studierenden anderer Therapieberufe, wie der Ergo- oder Physiotherapie, empfinde ich als bereichernd und äußerst lehrreich.

Darüber hinaus möchte ich gerne zeitnah ein spezialisierendes Masterstudium anschließen, um meine wissenschaftlichen Kompetenzen weiterzuentwickeln und den staatlich geschützten Titel „Psychologin“ tragen zu dürfen. Bereits im Bachelorstudium begann ich, als Praktikantin am Institut für Klinische Hypnose und Ego-State-Therapie diese beiden anerkannten Therapieverfahren zu erlernen, von denen ich heute sehr überzeugt bin und die ich gerne weiter vertiefen möchte. Für die fernere Zukunft stelle ich mir vor, einmal eigene Forschungsinteressen zu verfolgen, zu promovieren und mit eigenen Klient*innen zu arbeiten. Auch existieren interessante Fachweiterbildungen, z. B. in Neuropsychologie, Palliativpsychologie, Rechtspsychologie oder Notfallpsychologie – um nur einige wenige zu nennen!

Aktuell bin ich neben meiner Tätigkeit an der Hochschule insbesondere an den Wochenenden als Freiberuflerin im Themenfeld Awareness, Diversity und Mental Health für die psychologische Notfallversorgung in zwei bekannten Berliner Clubs im Einsatz. Es sind genau diese Vielfalt, Abwechslung und Freiheit, die mich am psychologischen Berufsfeld reizen. Die Psychologie ist eine unglaublich lebendige und spannende Wissenschaft, die ihren Sinn immer in der konkreten Anwendung für den Menschen findet. Auch unter dem Aspekt des lebenslangen Lernens betrachtet vermute ich, dass mir vorerst nicht mehr langweilig werden wird.