Erfahrungen von Alumni – Annika Huppertz - IB Hochschule

Annika Huppertz

Was haben Sie studiert?

Ich habe Angewandte Therapiewissenschaft (ATW): Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie an der IB Hochschule studiert.

 

Warum haben Sie sich für das Studium entschieden?

Als ich die Ausbildung zur Ergotherapeutin begonnen habe, wurde der Studiengang begleitend angeboten, damals noch unter anderer Studienleitung. Ich habe mich bewusst für beides entschieden, um in der Ausbildung praxisorientiert zu lernen und gleichzeitig im Studiengang ATW einen tieferen Einblick in das evidenzbasierte wissenschaftliche Arbeiten zu erhalten. Mit dieser Kombination standen und stehen mir nach wie vor mehrere Türen offen. Ich mag meinen Beruf als Ergotherapeutin, aber was die Zukunft bringt, weiß ich nicht und möchte ich mir offenlassen. Durch das Studium kann ich mich auch noch in anderen Berufszweigen umsehen und meinen beruflichen Werdegang flexibler gestalten.

Ein weiterer wichtiger Faktor, der für mich ausschlaggebend war, ist die generelle Akademisierung der Gesundheitsberufe. Auch wenn sie im internationalen Vergleich in Deutschland eher schleppend vorangeht, tut sich etwas. Für mich persönlich ist die Akademisierung eine Bereicherung, um sich als Therapeut:in im Gesundheitswesen zu behaupten, und der Studiengang ATW hat mich in dieser Hinsicht bestätigt.

 

Was hat Ihnen am Studium an der IB Hochschule gefallen?

Wenn ich mich recht erinnere, war mein Studiengang der erste ATW-Studiengang der IB-Hochschule in Köln und die Semestergröße mit neun Studierenden (samt Hund als Feelgoodmanager) war sehr überschaubar. Ich kenne den Vergleich zu Universitäten, bei denen man mit mehreren hundert Studenten und Studentinnen in einem großen Hörsaal sitzt und die Dozierenden teils nur über Lautsprecher hört. Für mich persönlich war der kleinere Rahmen, wie ich ihn im ATW-Studiengang erfahren habe, eine sehr viel angenehmere und intensivere Erfahrung. Die kleine Gruppengröße hat einen direkten Austausch während des jeweiligen Seminars gefördert und den reinen Frontalunterricht ad acta gelegt. Mittlerweile sind die Kurse oftmals etwas größer, besitzen aber immer noch einen Klassencharakter, der ein angenehmes Lernen und einen angeregten Austausch fördert.

Wie der Name schon andeutet, geht es im ATW-Studiengang auch darum, über den eigenen Tellerrand zu schauen. Direkt im Austausch mit den anderen Fachberufen zu lernen und zu arbeiten, war zu meiner Ausbildungszeit eher eine Seltenheit und wurde erst kurz vor dem Examen erprobt. Die ATW ermöglichte mir den direkten Einblick in die Physiotherapie und Logopädie, so dass sich Schnittstellen und Gemeinsamkeiten, aber auch die berufsspezifischen Unterschiede sichtbar herauskristallisiert haben.

 

Was würden Sie einem Ersti raten, der sein Studium gerade erst beginnt?

Ich würde raten, sich offen und neugierig zu geben, auch wenn wie eine langweilige Pauschalantwort klingt. Die Kursgrößen erlauben es einem, sich schnell zugehörig und wohlzufühlen - sei es unter den Studierenden oder in Bezug auf die Dozenten und Dozentinnen. Ich empfehle, diese Chance zu nutzen und sich nicht vor Feedback zu scheuen; sei es, welches entgegenzunehmen oder es zu geben, da dadurch ein erheblicher Mehrwert für die Studierenden wie auch für die Dozenten und Dozentinnen entsteht.

Während des Studiums wird bestimmt irgendwann einmal der Punkt kommen, an dem man sich fragt, warum in aller Welt man sich für diese zusätzliche Mehrarbeit zur Ausbildung oder dem Job entschieden hat. Mir ging es zumindest so, aber ich kann sagen, dass es eine gute Wahl gewesen ist, um sich beruflich frei entfalten und sicher im wissenschaftlichen Fahrwasser bewegen zu können.

 

Wie geht es bei Ihnen weiter / welche Pläne verfolgen Sie?

Ich habe nach der Ausbildung angefangen als Ergotherapeutin zu arbeiten und habe weiterhin berufsbegleitend studiert. Derzeit bekleide ich die ergotherapeutische Leitung in einem interdisziplinären Therapiezentrum und arbeite als Honorarkraft an der IB-Hochschule. Bisher habe ich die Studienfächer „Current Issues“, „Qualitätsmanagement“ und „Neurowissenschaftliche Zugänge“ als Teil eines Dozierenden-Trios aus je einer Fachrichtung (Physio, Ergo, Logo) unterstützend begleitet sowie Bachelorarbeiten betreut, und empfinde diese berufliche Abwechslung als sehr angenehm und erfüllend. Im Anschluss an die Ausbildung und das Studium habe ich mich erst einmal auf praxisnahe therapeutische Fachfortbildungen konzentriert, die mich interessiert haben, und mich auf diese Art im ergotherapeutischen Arbeitsfeld weiter spezialisiert. Ich habe dieses Kapitel noch nicht ganz abgeschlossen und werde so lange kein aufbauendes Studium beginnen, aber wer weiß. Es gibt bereits sehr viele interessante Masterstudiengänge und es kommen noch weitere hinzu. Das abgeschlossene Bachelorstudium hält mir diesen Weg offen und vielleicht werde ich ihn auch noch weiter gehen.